Seegraswiesen spielen eine zentrale Rolle in der Nährstoffregulierung, Sedimentstabilisierung und dienen dabei als wichtiger Lebensraum für viele Meerestiere. Trotz ihrer geringen Flächendeckung von weniger als 0.2% der Weltmeere speichern Seegraswiesen circa 15% des globalen marinen organischen Kohlenstoffs.

Dank Fernerkundung und künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich Seegrasbestände heute deutlich genauer erfassen. Dennoch bleibt ihre Verbreitung, insbesondere in der Ostsee, von vielen Umweltfaktoren wie Sediment, Wassertiefe, Strömungen, Nährstoffeinträgen und Wassertrübung abhängig. Hinzu kommt der Klimawandel, der ihre Stabilität weiter gefährdet.

All das macht Wiederansiedlung und Schutz von Seegraswiesen zu einer großen Herausforderung.

KI-gestützte Kartierung und Analyse von Seegraswiesen

Seagrass Mapping Baltic Sea Mockup - Seegras-Kartierung in der Ostsee (EOMAP)

Seegras Kartierung in der Ostsee

Vor diesem Hintergrund wollen wir in dem Projekt SEAGUARD (SEAgrass Growth and Adaption Using Ai Research & Development) mithilfe von KI, Umwelt- und Fernerkundungsdaten sowie Modellsimulationen die Verbreitung und Entwicklung von Seegras in der deutschen Ostsee kartieren. Gemeinsam mit dem IOW Warnemünde und der CAU Kiel soll das CO2-Speicherpotential von Seegraswiesen bewertet werden und zudem Standorte identifiziert werden, an denen die Wiederansiedlung von Seegras auch unter zukünftigen Klimabedingungen die größten Erfolgschancen hat.

Konkret bedeutet dies, dass SEAGUARD eine langfristige Planbarkeit für die Wiederansiedlung von Seegraswiesen ermöglicht und Gebiete ausweist, die ein hohes Besiedlungs- und Wiederansiedlungspotenzial aufweisen. Zugleich zeigen wir Regionen auf, die aufgrund ihrer Umweltbedingungen besonders resilient gegenüber Klimaveränderungen und Klimaschwankungen sind.

Somit trägt SEAGUARD zur Minderung des Klimawandels bei, indem es die Reduktion von Treibhausgasen unterstützt. Die Projektinhalte lassen sich dabei unter anderem den globalen Nachhaltigkeitszielen SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG 14 (Leben unter Wasser) zuordnen.

Seaguard Kickoff Group Foto Iow - Gruppenbild des Projektteams

SEAGUARD Projekt Team | Kick Off (Foto: IOW/ K. Beck)

SEAGUARD, dessen Kick-off gerade erfolgt ist, wird im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) gefördert und soll konkret einen Beitrag zur Entwicklung von KI-Anwendungen für den Natürlichen Klimaschutz leisten.

Partner von SEAGUARD

IOW | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
Das IOW Warnemünde erforscht die Ostsee und ihre Küstenökosysteme und liefert wissenschaftliche Grundlagen für ihren langfristigen Schutz.

CAU Kiel | Christian-Albrechts-Universität Kiel
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist eine etablierte Institution in der Forschung und Lehre zu marinen Ökosystemen.

Mehr Infos

Lesen Sie den Artikel “Kann die KI die Ostsee retten?” im Nordkurier.

EOMAP hat auch im Mittelmeer Seegraswiesen kartiert.

Für mehr Details zu SEAGUARD, wenden sie sich bitte an Simone Zepp.

SEAGUARD ist ein Projekte der KI-Leuchtturminitiative des Deutschen Bundesumweltministeriums.

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Seaguard Kickoff Visual

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