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Vom Satellitenbild zur Umweltintelligenz: 20 Jahre EOMAP

Im Schloss Seefeld bei München entstehen seit 2006 preisgekrönte Erdbeobachtungs-Lösungen. Diese helfen Behörden und Industrie, die Umwelt ganzheitlich zu verstehen und zu schützen.

Seefeld, Deutschland, im November 2026.
Seit 20 Jahren entwickelt EOMAP aus Seefeld bei München satellitenbasierte Lösungen, vor allem zu Küsten-, Seen- und Flussgebieten. 2006 gründete der Physiker Dr. Thomas Heege, ehemals Wissenschaftler beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Unternehmen. Sein Ziel war, Wissenschaft in praktische Lösungen zu überführen. Im Februar 2025 wurde EOMAP Teil des niederländischen Geodaten-Konzerns Fugro.

Von der Adriaküste bis zum Great Barrier Reef

Drei Pionierprojekte prägen die Firmengeschichte: 2006 kartierte das damalige Start-up per Satellit erstmals Seegraswiesen vor Brindisi an der italienischen Adria, 2018 entwickelte EOMAP ein weltweites Wasserqualitäts-Portal für die UNESCO, und 2019 gelang gemeinsam mit australischen Meeresforschern die weltweit erste flächendeckende 3D-Habitatkarte des Great Barrier Reef. Von Innovationskraft zeugen auch die Auszeichnungen, darunter 2023 der Cassini-Preis der EU-Raumfahrtagentur EUSPA für die Plastikmüll-App Eyes on Plastic oder der Bayerische Innovationspreis 2022 für die cloudbasierte Lösung eoapp SDB-Online zur Berechnung von Flachwassertiefen.

Team aus zehn Ländern und acht Disziplinen

Möglich macht diese Pionierleistungen ein fünfzigköpfiges Team aus zehn Ländern, in dem Fachleute aus Physik, Geodatenanalyse, Softwareentwicklung oder Datenvisualisierung Hand in Hand arbeiten. Der Frauenanteil liegt mit 46 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Branchendurchschnitt. Für Thomas Heege steht die Unternehmenskultur an erster Stelle: „Das Wichtigste war von Anfang an der Aufbau unseres Teams. Wir arbeiten interdisziplinär, kooperativ und mit viel Eigenverantwortung. Diese Kultur ist das Fundament, auf dem 20 Jahre Hightech-Entwicklung und echte Marktlösungen stehen.“

Aus Daten werden Antworten

Seine Lösungen entwickelt das EOMAP-Team energisch weiter. Erhielten Kunden früher vor allem Daten, so sind es heute zunehmend Software-Lösungen und Informationspakete inklusive 3D-Visualisierung. „Viele Kunden wollen nicht nur Satellitendaten, sondern belastbare Antworten. Unsere Lösungen, teils mit integrierten Chatbots, bereiten Umweltinformationen mundgerecht auf und fördern so rasche und fundierte Entscheidungen“, erklärt Thomas Heege.

Erdbeobachtung im Höhenflug

2006 war Fernerkundung eine kleine Nische mit gut 150 Unternehmen in Europa. Inzwischen zählt der Branchenverband EARSC mehr als 800 Unternehmen, die satellitenbasierte Dienstleistungen anbieten. Auch die Datenbasis wächst stark: Allein zwischen 2014 und 2023 starteten laut Marktforscher Novaspace rund 2.100 Erdbeobachtungssatelliten.

Aus Terabyte an Daten bildet EOMAP digitale Zwillinge ganzer Küstenabschnitte, Seenregionen und Flusseinzugsgebiete. Dabei sind die Algorithmen sensorunabhängig und verarbeiten Daten öffentlicher Missionen wie Copernicus ebenso wie private, etwa von Planet oder Vantor. „Für jede Frage suchen wir die passendsten Sensoren aus, ob öffentlich oder privat. Das macht uns unabhängig und liefert bestmögliche Ergebnisse für unsere Kunden“, sagt Heege.

Pionierarbeit in der Praxis

In zwei Bereichen gilt EOMAP weltweit als Pionier:

Bathymetrie. Die satellitengestützte Vermessung der Wassertiefe aus dem All hat EOMAP maßgeblich mitentwickelt. „Wo Untiefen Schiffen gefährlich werden und andere Messverfahren teuer oder riskant sind, liefern Satelliten zuverlässige Daten“, erklärt Dr. Knut Hartmann, kommerzieller Direktor. 2015 druckte der britische Hydrographische Dienst (UKHO) erstmals EOMAP-Daten in eine Seekarte, inzwischen stützen sich rund 50 Seekarten weltweit darauf. Ingenieurbüros nutzen die Bathymetrie- und Seegrundkarten außerdem, um Seekabel sicher und umweltschonend zu verlegen.

Wasserqualität. Physikalisch basierte Verfahren errechnen aus Satellitenbildern Algenkonzentrationen, Oberflächentemperatur oder Sichttiefe. Beim Fischsterben in der Oder 2022 konnte EOMAP so den Verlauf der Goldalgenblüte zeitlich und örtlich eingrenzen. Wer die App eoapp AQUA öffnet, sieht das Wichtigste auf einen Blick, die komplexen Analysen laufen im Hintergrund: „Dank eoapp AQUA behalten Umweltbehörden in Mecklenburg-Vorpommern oder Baden-Württemberg ihre Seen und Küstengewässer schnell und tagesaktuell im Blick“, erklärt Karin Schenk, Bereichsleiterin Wasserqualität.

Die Lösungen informieren auch über Küstenveränderungen und natürliche CO2-Speicher wie Seegraswiesen oder Mangrovenwälder und zeigen auf, wo diese künftig am besten vor Erosion und Überflutung schützen. Erst 2025 kartierte das Team mit Fugro Seegras entlang der rund 8.000 Kilometer langen Küste Italiens, die der Umweltbehörde ISPRA gezielten Naturschutz ermöglichen.

Ausblick: Umweltfolgen besser abschätzen

Künftig will EOMAP verstärkt satellitenbasierte Vorhersagen liefern: „Wir wollen unsere Fähigkeiten in der Umweltfolgenabschätzung und bei Prognosen weiter ausbauen. Organisationen sollen Umweltveränderungen nicht nur im Nachhinein beobachten, sondern besser verstehen und vorhersehen können“, sagt Heege.

Über EOMAP

EOMAP, ein Fugro-Unternehmen, nutzt Satelliten, um ein besseres Verständnis der Umwelt und ihrer Veränderungen zu schaffen. Das Team beliefert Behörden und Industrie weltweit, die Wasser bewirtschaften, Infrastruktur planen, Blue Carbon bewerten oder sicher navigieren wollen. Die preisgekrönten Web-Apps der eoapp™-Reihe liefern die wichtigsten Erkenntnisse in wenigen Mausklicks. In den Bereichen satellitenbasierte Wasserqualität und Flachwasser-Bathymetrie ist EOMAP-Technologie weltweit führend. Das 50-köpfige Team fühlt sich den UN-SDGs und Klimazielen verpflichtet und möchte zur nachhaltigen Entwicklung unseres Planeten beitragen.

Service

Unter diesem Link können Sie folgendes herunterladen:

  • PDF der Pressemitteilung
  • Foto des Managements in Seefeld: Karin Schenk, Thomas Heege, Knut Hartmann
  • Foto von Gründer und Direktor Thomas Heege

Für weitere Informationen, Interviews und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:
Andrea Schmölzer, Head of Marketing
E-Mail, Tel: +49 176 11 773 773

Great Barrier Reef SDB

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